22.04.2015 06:46:35

Bereichsübung 2015

Am Samstag den 18.04.2015 stand die diesjährige Bereichsübung des Gefahrenabschnitts 3 (Süd) der freiwilligen Feuerwehr Köln auf dem Programm. Zu diesem Abschnitt gehören neben uns, der Löschgruppe Libur, die Kameraden aus den Löschgruppen Wahn – Heide / Lind, Zündorf, Porz – Langel, Eil, Urbach, Rath/Heumar, Brück, Ensen – Westhoven und Rodenkirchen. Natürlich nahmen auch in diesem Jahr wieder einige Kameraden aus Libur an der Übung teil.
Anders als in den letzten Jahren, stand uns in diesem Jahr kein zentrales Übungsgelände als Anlaufstelle zur Verfügung, weshalb die Bereichsübung auf 5 verschiedene Stationen auf verschiedenen Geländen innerhalb der Wachbezirke 7 (Porz), 8 (Ostheim) und 10 (Deutz) dezentral aufgeteilt wurde.
Diese Stationen galt es im Rahmen eines vorgegeben Zeitplans nacheinander abzuarbeiten, welcher jedoch auch kurze Pausen enthielt, um sich mit Getränken und Speisen stärken zu können.

Wie für alle Löschgruppen, begann für uns der Tag um 8 Uhr auf der Feuerwache 8 in Ostheim. Nach einer kurzen Ansprache durch die Übungsleitung ging es dann auch schon los. Für unsere Löschgruppe sah der Tag wie folgt aus:

Station 1: Erste – Hilfe Übung
Ort: Gerätehaus Eil

Zu Beginn des Tages fanden wir an dieser Station eine leblose, reanimationspflichtige Person vor. Umgehend wurde durch die Liburer Kameraden die Reanimation des Patienten eingeleitet und weitere Unterstützung seitens des Rettungsdienstes angefordert. Außerdem übernahm ein Mitglied die Betreuung des Passanten, der uns auf den Patienten aufmerksam machte, und sicherte die Einsatzstelle ab.
Der Übungskünstlichkeit geschuldet, handelte es sich bei dem Patienten logischerweise nur um eine Puppe, woran der Erfolg der Reanimation jedoch nach der Übung mit Hilfe eines Laptops und entsprechender Software ausgewertet werden konnte. Diese Übung zeigte wiedermal auf eindrucksvolle Weise wie wichtig die Kenntnisse jedes einzelnen Kameraden über lebensrettende Sofortmaßnahmen im Ernstfall sein können.

Station 2: Brandschutzübung / Löschangriff über Drehleiter
Ort: Heinrich Heine Gymnasium Ostheim

An dieser Station wurden wir mit dem Stichwort „Feuer 1“ zum Heinrich Heine Gymnasium in Ostheim alarmiert. Eine starke Rauchentwicklung aus einem Fenster des Treppenhauses auf dem Dach der Schule war sichtbar. Unverzüglich wurde durch die Liburer Kameraden ein Löschangriff eingeleitet. Nachdem der Angriffstrupp sich mit Atemschutzgeräten ausgerüstet hatte, ging dieser über die Drehleiter auf das Dach der Schule vor. Auf dem Dach angekommen, wurde die Brandbekämpfung umgehend durch ein C – Rohr eingeleitet. Parallel dazu wurde die Löschwasserversorgung durch den Wassertrupp sichergestellt und der Gruppenführer
unserer Löschgruppe prüfte durch Befragung des Hausmeisters nach, ob sich noch Personen im Gebäude befinden würden. Nachdem das Feuer auf dem Dach durch den Angriffstrupp zügig bekämpft werden konnte, war diese Übungsstation erfolgreich beendet. Nach einer kurzen Nachbesprechung ging es dann auch schon wieder weiter zur nächsten Station.

Station 3: Planspiel MANV
Ort: Feuerwache 8 (Ostheim)

Angekommen an der nächsten Station war es unsere Aufgabe ein Szenario nach dem Einsatzstichwort MANV abzuarbeiten, jedoch nicht in der Realität, sondern auf einem extra für solche Zwecke angefertigtem Modell. Die Abkürzung MANV steht hier für einen „Massenanfall von Verletzten“. Es wurde angenommen, dass ein Bus in eine Menschenmenge an einer Tankstelle gekracht sei und anschließend noch einen PKW gerammt habe. Kurze Zeit später trafen wir als erstes mit unserem Löschgruppenfahrzeug an der Einsatzstelle ein. Unsere Hauptaufgabe beschränkte sich darauf, eine konkrete und detaillierte Rückmeldung über die Anzahl der verletzten Personen an die Leitstelle zu geben, damit diese, im Ernstfall, umgehend Unterstützung entsenden kann. Außerdem galt es, die verletzten Personen zu betreuen und nach ihrem groben Verletzungsschema zu kategorisieren. Es stellte sich klar heraus, wie wichtig die Erstmaßnahmen bei solch einer Großschadenslage für den weiteren Einsatzverlauf sind.

Station 4: Personenrettung über Steckleiter
Ort: Gerätehaus Heumar

An dieser Station war hauptsächlich Geschicklichkeit und Teamarbeit gefragt. Unsere Aufgabe war es mit Hilfe einer 4 - teiligen Steckleiter, einem Spineboard und mehrerer Feuerwehrleinen eine Person aus dem 2. Obergeschoss eines Gebäudes zu retten. Nachdem die Leiter relativ zügig aufgestellt wurde, gingen 2 Kameraden über die Leiter ins 2. Obergeschoss vor und nahmen dabei die Feuerwehrleinen mit. Als sie das Spineboard an die Leiter gebunden hatten sowie die Person an dem Spineboard fixiert hatten, konnte die Rettung beginnen. Die Leiter, zusätzlich durch 2 Feuerwehrleinen gesichert, wurde durch 4 Kameraden langsam zurück genommen. Es ergab sich ein Dreieck, zwischen Leiter, Spineboard und Hauswand. Nun konnte die Person Stück für Stück mit dem Spineboard abgelassen und sicher gerettet werden.

Station 5: Technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfall
Ort: Autoverwertung Büscher (Poll)

Hier galt es eine verunfallte und eingeklemmte Person nach einem Verkehrsunfall mit dem PKW aus ihrem Fahrzeug zu befreien. Diese Station wurde zudem von einem unserer Kameraden mit unserem Rüstwagen geleitet. Da wir als Löschgruppe Libur innerhalb des Stadtgebietes Köln einen von 3 Rüstwagen der freiwilligen Feuerwehr Köln unser Eigen nennen können und somit die Sonderaufgabe der technischen Hilfeleistung besitzen, ging uns diese Übungsstation relativ leicht von der Hand. Dies ist natürlich auch der Anzahl unserer häufigen Übungen solcher Szenarien während unseres Übungsdienstes geschuldet.
Konkret war es in diesem Falle unsere Aufgabe mit Hilfe des hydraulischen Spreizers zuerst einmal die Tür für eine Zugangsöffnung zum Patienten zu entfernen. Nachdem dies erfolgreich gelang, folgte ein Entlastungsschnitt in der A – Säule des PKW´s durch die hydraulische Schere. Schließlich konnte der Vorderwagen des PKW´s mit Hilfe des hydraulischen Rettungszylinders nach vorne gedrückt und die Person schonend befreit werden.

Station 6: Wasserrettung aus fließenden Gewässern (Rhein)
Ort: Westhovener Aue

Zu guter Letzt stand eine Übung zum Thema Wasserrettung gemeinsam mit den Kameraden der Löschgruppe Urbach auf dem Programm. Nachdem sich drei Kameraden unserer Löschgruppe erfolgreich in Neoprenanzügen wiederfinden konnten, ging es auch direkt in den Rhein hinein. Hierbei wurden uns verschiedene Arten von Schutzwesten sowie Rettungsmittel zur Rettung von ertrinkungsgefährdeten Personen aus Gewässern erklärt sowie in der Praxis getestet.
Zur besseren Vorstellung dieser Übung können Sie unter folgendem Link ein Video davon einsehen:
https://youtu.be/QOqCPBNjh1U

Nun stand eigentlich ein gemeinsamer Ausklang des Tages auf der Feuerwache 8 gemeinsam mit allen anderen teilnehmenden Löschgruppen bei frischen Köstlichkeiten vom Grill auf dem Programm. Doch dies wurde vorerst durch eine Reihe von Bodenfeuern in der Westhovener Aue unterbrochen (siehe Einsatz 11/2015), wo einige der teilnehmenden Löschgruppen, auch wir, tatkräftig eingebunden waren. Auch hierzu finden Sie ein Video unter folgendem Link:
https://youtu.be/rv22_T4f3oA

Nachdem diese Reihe von Einsätzen erfolgreich von den Löschgruppen abgearbeitet wurde, konnte der gemeinsame Ausklang des Tages auf der Feuerwache 8 in Ostheim doch noch relativ entspannt genossen werden. Gegen 19 Uhr traten wir geschlossen den Heimweg in Richtung Libur an. An dieser Stelle sei auch ein großes Dankeschön an das Deutsche Rote Kreuz des Ortsverbandes Porz ausgesprochen, welcher uns den ganzen Tag über mit gekühlten Getränken, belegten Brötchen, Kuchen und schließlich mit Leckereien vom Grill bestens versorgt hatte.
Autor: Marvin Hemmersbach

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